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despudelskern

Das also ist des Pudels Kern

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Jim Butcher

Rezension | Butcher, Jim: Wolfsjagd

Wolfsjagd  - Jim Butcher

„Es gab alle Arten von Werwölfen, die du dir nur vorstellen kannst – Hexenwölfe, Werwölfe, Lykanthropen und Loup-garous. Die ganze Bandbreite von wölfischen Theriomorphen, die du dir nur vorstellen kannst.«

»Terro- was?«, fragte ich nach.
»Theriomorphen«, erklärte Bob. »Alles, was zwischen menschlicher Gestalt und einem Tier wechseln kann.“

 

Ging es im letzten Band vorweg um Magier, stehen hier die Werwölfe im Fokus. Jim Butcher vermischt schön Legende mit Klischee und rührt sein eigenes Süppchen. Mit ins Rezept kommen natürlich Harry Dresden, der struppige Anti-Held, Karrin Murphy, die lokale Polizistin,  das FBI, ein verzweifelter Millionär samt mysteriöser Freundin und ein nervöser, aber entschlossener Gangsterboss. Die Geschichte nimmt, wie auch im ersten Teil, ordentlich Fahrt auf und hält das Tempo ohne sich selbst oder dich zu ermüden. Butcher arbeitet vor allem mit Klippenhängern und epischer Vorausdeutung. Alles hat etwas von einem Film-Noir Genre; ein bisschen nostalgisch und an der Grenze zu Klischee und Kitsch ... aber eben nur fast. 

 

Drei Dinge haben mich ein klein wenig gestört.

 

Erstens: Wie viele sich bei Jim Butcher "raubtierartig" oder "katzenartig" bewegen; bzw. "die Seele eines Tigers/Raubtiers" besitzen. Mit der Zeit nutzt sich dieser Vergleich ab. 

 

Zweitens hat Harry dieses mal nicht den weißen Rat gegen sich; doch um ihm das Leben nicht einfach zu machen lässt Butcher ihn quasi alle paar Seiten verprügelt oder angeschossen werden. Ich bin mir nicht sicher, ob jemand, selbst als Magier, gegen Ende des Buches tatsächlich noch geradeaus laufen kann. Geschweige denn Kämpfe austragen, wie Harry es tut. Der arme Mann hat durchgängig Schmerzen, wird mehrmal in die Mangel genommen (durch den Wolf gedreht, ha ha ) ... es wirkt ein bisschen arg viel, in der Retrospektive. 

 

Drittens sind alle vorkommenden Frauen entweder wunderschön oder wütend.  Manchmal sind sie wunderschön und wütend, aber etwas anderes gibt es nicht. Vor allem bei Murphy stört mich dass, weil es mir schwer fällt die Figur wirklich zu mögen. Und sie geraten grundsätzlich in Gefahr weil sie etwas tun, von dem Harry ihnen abrät. Wofür er sich die Schuld gibt, was aber nichts daran ändert, das Butchers Frauen versteckte"Dämchen in Not" sind, die sich als starke Charaktere tarnen. Auf der anderen Seite passte es in das allgemeine Film-Noir-Privatermittler-Setting. Ein bisschen chauvinistisch waren die auch, also kannst du da mit einem Augenzwinkern drüber weg lesen.