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despudelskern

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Die Idee allein reicht nicht

Zwei Zebras in New York - Marc Michel-Amadry, Herbert Fell

Die Grundidee an sich, ist nicht schlecht. Mahmoud Barghouti pinselt für seinen Zoo im Gazastreifen zwei Esel als Zebras an. Darauf wird vor Ort der lebensüberdrüssige Kriegsreporter James aufmerksam. Er schleppt Mahmoud mit nach New York, - ohne die Esel Zebras übrigens, - um Aufmerksamkeit zu erregen. Er fragt bei Autor Mathieu an, ob er ein Buch über die Sache schreiben möchte. Außerdem lernt James eine DJane namens Jana kennen und Mathieu's Freundin und Malerin Mila nimmt gerade eine Auszeit von ihm. (Also Mathieu, nicht James.)

 

 Irgendwie muss das nun alles in eine berührende Geschichte gequetscht werden. Dachte sich wohl der Autor. 

 

 Einzig Mahmoud ist ein bisschen interessant, auch wenn die eigentliche Sache mit den Eseln als Zebras in wenigen Absätzen abgehandelt ist. Den Rest der Zeit ist Mahmoud in New York und verkauft Hot Dogs, während der auf einen Termin beim Konsulat wartet. Es ist immer spannend einer Figur beim Warten zuzusehen. Nicht. 

 

Jana existiert nur, damit James auch einen LoveInterest hat. Eine andere Funktion dieser Figur konnte ich nicht finden. Sie möchte das James die Weihnachtstage mit ihr zusammen verbringt. Und redet mit ihm darüber. Joa ... , und er sagt dann ja. Waaahnsinn. 

 

Mila wollte eine Auszeit von Mathieu, vermisst ihn aber furchtbar. Mathieu vermisst Mila furchtbar. Und beide vermissen sich furchtbar. Und es macht absolut keinen Sinn, dass sie getrennt sind oder keiner den Telefonhörer in die Hand nimmt. Nein, sie müssen getrennt bleiben ... weil die Handlung das so will!  Keks. 

 

Gut gedacht ist nicht gut gemacht. Eine bewegende Geschichte wurde hier auf die  tumbeste Art umgesetzt, die man sich denken kann.

 

 Dieses Buch ist mehr Schein als Sein. Selten habe ich eine so konstruierte, platte Geschichte gelesen.Die Figuren agieren stumpf nach Plan, reden nach drittklassigem Drehbuch und der Versuch des Autors, seine kalten Konstrukte durch schwülstige Formulierungen aufzuweichen, macht alles nur noch schlimmer. Kein gutes Debüt. Mehr wahre Wahrhaftigkeit, wäre schön gewesen und weniger Plattitüden.  Da muss jemand noch sehr viel lernen.