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despudelskern

Das also ist des Pudels Kern

Zeile für Zeile | Meine eigene Wüste | Zeile für Zeile | Mein Paradies

Ich lese gerade

Assassin's Creed Band 2: Die Bruderschaft
Oliver Bowden
The Spook's Sacrifice
Joseph Delaney
Loki: Agent of Asgard, Vol. 3: Last Days
Al Ewing

Erster Satz | Wulf Dorn: Die Kinder

Die Kinder: Thriller - Wulf Dorn

Noch bevor der zweite Signalton für die Kurzmitteilung verstummt war, hatte sich Patrick Landers bereits das Handy gegriffen.

 

Endlich! Doch statt Sus Foto erschien auf dem Display nur das Logo seines Mobilfunkanbieters. Die Nachricht darunter warb für extra günstige Herbsttarife. 

Erster Satz | Rosie Walsh: Ohne ein einziges Wort

Ohne ein einziges Wort: Roman - Rosie Walsh, Stefanie Retterbush

Hallo du,
heute ist es auch den Tag genau neunzehn Jahre her, seit wir uns an diesem strahlend schönen Morgen mit einem Lächeln voneinander verabschiedet haben.

 

Das wir uns wiedersehen, stand außer Frage, oder? Es war nur die Frage wann, nicht die Frage ob. Eigentlich war es nicht einmal eine Frage. Die Zukunft mag zwar so angreifbar vor uns gelegen haben, wie der flüchtige, sich kräuselnde Saum eines Traums, aber ganz zweifellos kamen wir beide darin vor. Gemeinsam.

Rezension | U. Poznanski: Thalamus

Thalamus - Ursula Poznanski

 

Nach einem schweren Unfall landet Timo in einer Rehaklinik, in der er sehr schnell, sehr erstaunliche Fortschritte macht. Irgendwas geht nicht mit rechten Dingen zu und genau das ist des Pudels Kern dieses Buches.

 

Um zu verstehen, wie dieses Buch funktioniert, werfe ich einen Blick auf Timo.
Timo ist der Protagonist, die Geschichte wird aus seinem Blickwinkel erzählt und zwar ausschließlich aus seinem Blickwinkel.

 

Dabei arbeitet Ursula Poznanski mit einem einfachen Trick: Ihr Protagonist ist eine Figur, die mehr als Schablone dient, als dass er ein ausgefeilter Charakter ist. Was sich wie eine Schwäche anhört, ist eine große Stärke. Solche Figuren sind perfekt dazu geeignet, dass ich als Leser mich in sie Hineinversetzen kann. Warum? Weil ihre Gedanken, Handlungen und Gefühle zwar zur Situation passen, - sie sind nachvollziehbar, - aber generisch genug sind, um um sie leicht annehmen zu können.

 

Timo dient dazu mich als Leser an die Hand zu nehmen und durch ihn die Geschichte erfahren zu können, ohne dass er mir seine Sichtweisen, Reaktionen, Gefühle aufdrängt. Es gibt nichts an diesem Charakter, dass großartig polarisiert oder einer Wertung erfordert, die ihn unsympathisch macht. Gerade deswegen lässt es sich so gut in die Geschichte eintauchen: Durch eine Figur wie Timo habe ich als Leser mehr als genug Platz, um wirklich einzutauchen.

 

Als Vergleich lässt sich Carl hinzuziehen, der eindeutig einen gefestigten Charakter hat; jemand, der nicht der Leser ist sondern als eigenständige Person funktioniert.

 

Timo hat auch den Vorteil, dass er handelt. Viele Geschichten leben vom inneren Drama der handelnden Charaktere. Daran ist nichts verkehrt, nur kann das, gerade bei Thrillern, die Handlung eher bremsen. Hier trifft Ursula Poznanski die erfrischende Entscheidung ihren Protagonisten einfach machen zu lassen. Timo tut, was getan werden muss und das gibt der Geschichte ihren Zug.

 

Was mir auch gefallen hat ist der Umgang mit Behinderungen und schweren Schäden. Hier wird nichts verharmlost, aber das Buch versinkt auch nicht in einem Tal der Tränen. Die Figuren haben ihre guten und schlechten Tage, wie man es erwarten würde, aber letztendlich ist alles auf einer sehr klaren, einfachen, realistischen Ebene, ohne dass die Charaktere dabei bevormundet, bemitleidet, vorgeführt oder belächelt werden. Schwere Schicksale so leicht und dabei so ehrlich und offen zu beschreiben gelingt nicht jedem.

 

Mir gefällt auch die Mini-Romanze in dem Buch, vor allem, weil sie so am Rande mitläuft. Sie stiehlt dem eigentlichen Plot nicht die Show, - wie es leider oft der Fall ist, - sie ist eher so ein kleines, aber feines BonBon. Die Romanze ist nicht wirklich eine, sie ist nicht relevant für irgendwas, aber beim Lesen sorgte sie bei mir für ein kleines, warmes Lächeln.

 

Kommen wir zu Kritikpunkten: Das Buch hat seine Längen. Sagen wir mal, wir haben am Anfang 100 Seiten, um die Figuren zu treffen und die Ausgangssituation zu etablieren. Dann folgen 200 Seiten Handlungsaufbau, aka Spannungskurve und zum Schluss die Auflösung/ das Finale. Der Mittelteil ist für meinen Geschmack zu lang. Dadurch, dass man Timo so leicht folgen kann, ergo leicht in die Geschichte hinein gleitet, liest sich das alles gut weg. Trotzdem hatte ich das Gefühl: Komm in die Puschen!

 

Die Handlung an sich funktioniert viel darüber, dass Timo zur rechten Zeit am rechten Ort ist: Es lebe der Zufall! Vor allem hört er Gespräche, die er eigentlich nicht hören sollte, weil er zufällig in der Nähe ist. Nebenfiguren erzählen wichtige Hinweise zur Auflösung zufällig gerade dann, wenn Timo zuhört. Es klappt, aber sobald es mir einmal aufgefallen ist, sah ich halt das Konzept hinter dem Plot und das finde ich immer ein bisschen schade.

 

Außerdem sind ein paar Blindgänger im Mittelteil, das heißt Handlungsstränge, die im Nichts verlaufen, ohne dass sie irgend etwas für den Plot tun.

 

Über die Auflösung sage ich jetzt gar nichts. Haut sie einen vom Hocker? Eher nicht. Aber für mich war das Buch nicht darauf angelegt auf einen großen Showdown hinauszulaufen.

 

Hier herrscht eher das Motto: Der Weg ist das Ziel. Und der Weg ist durchaus eine angenehme Lektüre.

Rezension | Andreas Thalmayr: Schreiben für ewige Anfänger

Schreiben für ewige Anfänger: Ein kurzer Lehrgang - Andreas Thalmayr

Es ist wenige Tage her, seit ich dieses Buch gelesen habe und ich habe schon fast vergessen, worum es eigentlich geht. Das ist nicht gut.

Ähm, ja. Sachbücher zu rezensieren finde ich immer etwas schwierig, aber da ich schon mal dabei bin: Ich weiß noch, wovon das Buch handelt, der einleitende Satz ist etwas missverständlich. Was ich nicht mehr weiß ist, was genau in diesem Buch drin steht.

Was ist es, bzw. was ist es nicht: Es ist kein Schreibratgeber und kein Sachbuch in dem Sinne; es ist eine Sammlung an Briefen von einem Autor an einen Autor.

Fun Fact: Andreas Thalmayr ist das Pseudonym von Hans Magnus Enzensberger.

Er schreibt Briefe an einen Autor, der gerade dabei ist sein erstes Werk zu veröffentlichen. Dabei schneidet er alle möglichen Themen an und erzählt quasi aus dem Nähkästchen über den Alltag im Literaturzirkus.

Ich persönlich würde das Buch nicht als Ratgeber oder Lehrgang bezeichnen, wie es der Klappentext suggeriert. Es ist mehr eine Sammlung mehr oder weniger amüsanter Kommentare zu allem, was mit der Veröffentlichung eines Buches einhergeht. Dabei bleibt es auch: Ein Kommentar.

Es gibt keine Tipps, in dem Sinne, keine Anleitungen, keine Hilfestellung. Es ist einfach ein kleiner, feiner Einblick in die Maschinerie, die hinter der Veröffentlichung eines Buches steckt.

Kann man lesen, muss man aber nicht.

Statistik | Michael Böhm: Herrn Petersmanns unbedingter Wunsch nach Ruhe

Statisik | Ferdinand von Schirach: Strafe

Erster Satz | Henry David Thoreau: Ktaadn

Ktaadn: Mit einem Essay von Ralph Waldo Emerson - Henry David Thoreau

Am 31. August 1846 fuhr ich mit Eisenbahn und Dampfboot von Concord, Massachusetts, nach Bangor und ins Hinterland von Maine, um einen im Holzhandel tätigen Verwandten bis zum Damm am westlichen Nebenfluss des Penobscot zu begleiten, wo er Land kaufen wollte.

Erster Satz | Chriz Wagner: Die Ewigen (Erinnerungen an die Unsterblichkeit)

DIE EWIGEN. Erinnerungen an die Unsterblichkeit: Sammelband der Folgen 1-5 - Chriz Wagner

Es war etliche Jahrzehnte vor dem Jahre Null in christlicher Zeitrechnung.

 

Nach dem Kalender der Bürger Roms muss es ungefähr 728 ab urbi condita - seit der Stadtgründung - gewesen sein. Aber das war den Menschen in dieser Gegend gleichgültig.

Erster Satz: P. G. Wodehouse - Ehrensache, Jeeves!

Ehrensache, Jeeves!: Roman - Thomas Schlachter, P.G. Wodehouse

Ich streckte eine Hand unter der Bettdecke hervor und klingelte nach Jeeves.

 

„Guten Abend, Jeeves.“
„Guten Morgen, Sir.“
Das erstaunte mich.
„Ja ist es denn Morgen?“
„Jawohl, Sir.“
„Sind Sie auch sicher? Draußen sieht es so dunkel aus.“
„Das ist der Nebel, Sir. Wir sind, wie Sie sich erinnern mögen, im Herbst - Gezeit der Nebel, reicher Ernte Zeit.“

Erster Satz | Tad Williams: Otherland - Stadt der goldenen Schatten

Otherland Teil 1 / Stadt der goldenen Schatten - Hans U Möhring, Tad Williams

Vorspann:


Im Schlamm fing es an, wie so vieles.

 

In einer normalen Welt wäre Frühstückszeit gewesen, aber in der Hölle wurde offenbar kein Frühstück serviert; das Bombardement, das vor Tagesanbruch losgegangen war, sah nicht danach aus, als wollte es nachlassen. Dem Gefreiten Jonas stand der Sinn ohnehin nicht nach Essen.

 

 

 

Kapitel 1


Einer der anderen Dozenten stieß die Tür der Bürozelle auf und beugte sich hinein.

 

Der Lärm vom Korridor kam mit hereingeschwappt, lauter als gewöhnlich.
»Bombendrohung.«
»Schon wieder?« Renie stellte ihr Pad auf den Tisch und nahm ihre Tasche. Dann fiel ihr ein, wie viele Sachen während des letzten Alarms auf Nimmerwiedersehen verschwunden waren, und sie griff sich noch das Pad, bevor sie in den Flur trat. Der Mann, der ihr Bescheid gesagt hatte – sie konnte sich einfach seinen Namen nicht merken, Yono Soundso –, war ihr mehrere Schritte voraus und im Strom der gemütlich zu den Ausgängen schlendernden Studenten und Dozenten schon kaum mehr auszumachen. Sie ging schneller, um ihn einzuholen.

Erster Satz | Kaja Bergmann: 30 Sekunden zu spät

30 Sekunden zu spät (EDITION 211 / Krimi, Thriller, All-Age) - Kaja Bergmann

Im Nachhinein ist es wohl immer schwierig, zu entscheiden, welche Tage das Leben bestimmen. 

 

Einige sagen, es wäre jeder einzelne. Jede Stunde, Minute, Sekunde, jeder verdammte noch so kleine Augenblick. Obwohl es keine Zeitpunkte gibt. Damals, Grenzwertberechnung, elfte Klasse. Die Erkenntnis ernüchternd: kleine Intervalle. Lassen wir sie gegen Null laufen und bestimmen wir die Steigung. Ich habe nie daran geglaubt. 

Statistik | Neil Gaiman: Fabeln und Reflexionen

Statistik: Neil Gaiman: Über die See zum Himmel

Statistik | Neil Gaiman: Die Zeit des Nebels (Sandman 04)

Statistik | Neil Gaiman: Traumland (Sandman 03)

Statistik | Neil Gaiman: Das Puppenhaus (Sandman 02)