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despudelskern

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Harry Dresden |04| Feenzorn

Harry Dresden 4 - Feenzorn: Die dunklen Fälle des Harry Dresden Band 4 (German Edition) - Jim Butcher, Chris McGrath, Oliver Graute, Jürgen Langowski
Harry ist am Ende. Er lebt in den Tag, lässt sich gehen, hat Motivation für nichts und ertrinkt in hoffnungslosem Selbstmitleid. Die Ereignisse am Roten Hof der Vampire ziehen weitere Kreise, als er es sich hatte vorstellen können.
 
Harry ist also am Arsch. Nicht mal Billy und die Werwölfe dringen zu ihm durch. Das Auftauchen der Königin des Winters, Mab, zwingt ihn wieder in die Puschen zu kommen. Seine Feenpatentante Lea hat den Gefallen, den Harry ihr schuldet, an eben jene Fernkönigin verkauft; und diese fordert ihn nun ein. 
 
Der Ritter des Sommers wurde ermordet und Mab steht unter Verdacht. Harry soll nun also den wahren Mörder finden und damit Mab von allen Anschuldigungen freisprechen. Falls er das nicht schafft, wird es zwischen dem Winterhof und dem Sommerhof der Feen zu einem Krieg kommen … und wenn die großen Fernhöfe sich prügeln steht das Schicksal der gesamten Welt auf dem Spiel. 
 
Ab diesem Band sollte man die ersten Bände gelesen haben, um die Handlung wirklich verfolgen zu können, da nun mehr als in den ersten Bände der Plot aufeinander aufbaut. Das merkt man vor allem daran, dass Jim Butcher nun auf Wiederholungen bekannter Details und Handlungselemente weitgehend verzichtet, die dem Leser seiner Reihe bis dahin längst bekannt sind. Neueinsteiger haben es daher eher schwer, hier noch einzusteigen. Es ist möglich, empfiehlt sich aber nicht. 
 
Die Serie entwickelt sich hier zur richtigen Serie mit einem übergreifenden Plot der alle Bände miteinander verknüpft und der Butcher’s Universum zu einem Großen Ganzen verschmelzen lässt. In anderen Worten: Die Welt des Harry Dresden hat nun ihre Grenzen bekommen, jetzt geht die Fahrt erst richtig los, ohne viel erklärenden Schnickschnack. 
 
Das bedeutet nicht, dass es keine neuen Elemente mehr zu entdecken gibt, Butcher baut seine Welt immer mehr aus, vor allem in Hinblick auf das Niemalsland, aber man ist ab hier mit dem allgemeinen Gefüge, den Regeln und Riten dieses Universums vertraut. 
 
Und es passiert wirklich verdammt viel in diesem Buch. Verdammt viel. Butcher legt ein enormes Tempo vor und erwartet mit gutem Recht eben ein gewisses Vorwissen. Es geht hier vorwiegend um die Feen-Welt und deren Struktur, wie bereits in allen anderen Büchern eine Spezies des Phantastischen näher durchleuchtet wurde. 
 
Es gibt ein Wiedersehen mit den Werwölfen, die Vampire sind ganz eindeutig noch nicht aus dem Spiel; man trifft zum ersten Mal den Rat der Magier und lernt Harrys alten Lehrmeister kennen, sowie eine gewisse Person aus seiner Vergangenheit. Es gibt viele, viele Feen, mit ganz vielen undurchschaubaren Absichten. Es gibt neue Monster und neue Verbündete, allen voran die Wechselbalge. 
 
Oh, und Karrin Murphy ist mir in diesem Band zum ersten Mal richtig sympathisch. Sie ist von ihren Erlebnissen mit dem Alptraum aus „Grabesruh“ ziemlich mitgenommen und muss sich, ebenso wie Harry, erst einmal sammeln. Das lässt ihrem Charakter Raum sich zu entwickeln und ein bisschen weniger den harten Cop durchscheinen zu lassen, was für mich ein großer, großer Pluspunkt ist. Wurde nämlich langsam langweilig. Doch, ich mag Murphy. 
 
Ich denke, wer ab hier noch weiter liest, ist ein Fan. Wer hier endgültig entscheidet, dass diese Reihe nichts für ihn ist, der wird spätestens hier Aussteigen. So long, lone Ranger.
 
Ich werde Harry Dresden noch eine ganze Weile folgen, falls man es noch nicht bemerkt haben sollte.