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despudelskern

Das also ist des Pudels Kern

Zeile für Zeile | Meine eigene Wüste | Zeile für Zeile | Mein Paradies

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Bereits gelesen: 502/960 pages

Harry Dresden ist Magier

Sturmnacht (Die dunklen Fälle des Harry Dresden, #1) - Jim Butcher, Jürgen Langowski
Harry Dresden ist Magier. Ein echter, kein Bühnenzauberer, den man für Partys bucht. In seinem Büro in Chicago wartet er auf Kundschaft, die meistens ausbleibt. Zubrot verdient er sich als Berater für die örtliche Polizei. Gleich zwei Aufträge erwarten ihn: Eine private Kundin sucht ihren vermissten Mann,  die Polizei möchte seine Expertise bei einem bizarren Mordfall. Einem jungen Pärchen wurde buchstäblich das Herz aus der Brust gerissen. 
 
Es gibt wenig Einleitung, wenig Erklärung. Man ist sofort mit dabei, wenn Harry Dresden zu ermitteln beginnt. Lediglich das Tempo ist zu Beginn langsam, steigert sich aber nach dem ersten Drittel von Seite zu Seite. Jim Butcher hält einen unglaublichen Zug; selbst die ruhigen Szenen bringen die Geschichte voran und sind mehr ein Atemholen, als ein Stop. Das macht unglaublich Spaß. 
 
Immer wieder musste ich mir in Erinnerung rufen, dass diese Reihe in Amerika spielt. Harry Dresdens trockener Humor hat für mich einen sehr britischen Geschmack. Magie ist hier weniger Zauberstabgefuchtel als Naturgewalt. Ihre Darstellung und Gesetze sind nachvollziehbar und mystisch zugleich. Wie eine Sturmflut; man weiß, was eine Sturmflut ist, doch wenn man eine sieht, wenn man nur den Schaden sieht, den sie anrichten kann, begreift man es nicht vollständig. 
 
Harry Dresden als Figur ist sympathisch, vielleicht ein wenig zu „Gary Stu“, was aber eher Augenzwinkernd im Hintergrund mitläuft und nicht stört. Ja, er kommt aus jeder Situation heraus und ja, er ist mit einer der mächtigsten Magier in Amerika. Aber er ist der Held und Helden dürfen auch mal übermenschlich sein; so lange es nicht nervt. Das tut es hier nicht. Butcher legt Harry genug Steine in den Weg, die echt genug sind, um glaubhaft zu wirken und dich mitfiebern lassen. 
 
Ich sag mal so: Wenn man seinen Kindle auf’s Klo mitschleppt, und eigentlich nur ein kleines Geschäft erledigen will, am Ende aber ganze dreißig Minuten auf dem Pöttchen sitzen bleibt … dann kann das Buch nicht viel falsch machen.