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despudelskern

Das also ist des Pudels Kern

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Wenigsten lässt es sich schnell lesen

Ich. Darf. Nicht. Schlafen. - S. J. Watson

 

 

 

Der Anfang
Das Schlafzimmer ist seltsam. Fremd. Ich weiß nicht, wo ich bin, wie ich hier gelandet bin. Ich weiß nicht, wie ich nach Hause kommen soll. 

 

 

 

 

 

 

Christine vergisst über Nacht alles, was sie den Tag über gemacht hat, gelernt hat, erlebt hat. Alles. Jeden Morgen wacht sie auf und muss erklärt bekommen wer sie ist und wo sie ist und warum sie so ist, wie sie ist. Und natürlich ist nicht alles so, wie sie es erklärt bekommt. Irgendwann beginnt sie ein Tagebuch zu führen und dort setzt die Handlung ein.  So viel kann verraten werden, so viel kann man sich denken. Eine Grundidee schreit förmlich nach dieser Handlung. 

Daraus ergeben sich auch die Schwächen des Buchs. Erstens war die Handlung für mich doch schon sehr vorhersehbar. Filme wie Memento oder The Machinist haben es vor gemacht, doch dort hielt sich die Spannung länger, weil die Lösung nicht ganz so offensichtlich war. Zumindest für mich. Bei Ich darf nicht schlafen   wird schnell klar das etwas faul ist und es wird recht schnell deutlich, dass es nur eins sein kann. 

Zweitens gibt es unglaublich viele Wiederholungen. An und für sich logisch, wacht die Hauptfigur jeden Morgen auf und hat alles vergessen. Ich als Leser aber nicht. Und so ungefähr in der Mitte des Buches hielt sich mein Mitleid mit Christine dann in Grenzen, nachdem sie mir zum x-ten Mal die Fakten vorgekaute hat, die schon kannte. 

 Es kommen immer wieder neue dazu, insgesamt ist der Roman eine Art Puzzel, das jeden Tag ganz neu zusammen gesetzt wird. Jeden Tag gibt es neue Teile, aber es tut nicht Not die alten Teile noch einmal so genau zu betrachten. Das Verhältnis zwischen neuer Info und alter Info stimmte nicht ganz und machte es zäh. Das Thema Gedächtnisverlust ist ein bisschen wie das Thema Zeitreisen: es gibt Stolperfallen, die mittlerweile bekannt sein dürften. Leider findet Watson hier keine gute Lösung, sondern nimmt es eher einfach in Kauf. 

Ich habe mich vor allem gefragt, warum Christine eigentlich nicht jeden Abend eine Zusammenfassung ihres Tagbuchs erstellt. Zumindest die groben Fakten, die sich jeden Tag wiederholen könnte sie doch vorne als separates Blatt einlegen? Genauer nachlesen kann sie es ja immer noch, aber sie kann sich es sparen jeden Tag mehr und mehr Seiten zu lesen.  Und warum sie nicht früher auf die Idee kommt, mal  länger wach zu bleiben, weiß ich auch nicht. 

Nicht schlecht, aber auch nicht gut. Interessante Grundidee, wenn auch nichts Neues unter der Sonne und schon mal besser umgesetzt. Warum ausgerechnet dieses Buch so gut lief und auch noch verfilmt wurde, erklärt sich mir nicht ganz. Wenigsten lässt es sich schnell lesen, weil man unglaublich viel überspringen oder überfliegen kann. 

 

 

 

 

Der letzte Satz
" Ich liebe dich ", flüstere ich, und ich schließe die Augen, und ich schlafe.