7 Follower
49 Ich folge
despudelskern

Das also ist des Pudels Kern

Zeile für Zeile | Meine eigene Wüste | Zeile für Zeile | Mein Paradies

Ich lese gerade

Die Chronik des eisernen Druiden / Getrickst: Die Chronik des Eisernen Druiden 4
Kevin Hearne, Friedrich Mader
Zeitkurier: Roman
Wesley Chu, Jürgen Langowski
Bereits gelesen: 37/496 pages
Smoke: Roman
Katrin Segerer, Dan Vyleta
Bereits gelesen: 209/624 pages
Die Zeit der Verachtung (Hexer, #2)
Andrzej Sapkowski, Erik Simon
Deutsch für Kenner
Wolf Schneider
Doctor Who And The Daleks
David Whitaker
Die maskierte Stadt
Genevieve Cogman
1 Kilo Kultur: Das wichtigste Wissen von der Steinzeit bis heute
Alexander Kluy, Jean-François Pépin, Florence Braunstein, Nikolaus de Palézieux
The Magician King. Lev Grossman
Lev Grossman
Harry Dresden 15 - Blendwerk: Die dunklen Fälle des Harry Dresden Band 15
Jim Butcher

Altes Land

Altes Land: Roman - Dörte Hansen

Der erste Satz

 

In manche Nächten, wenn der Sturm von Westen kam, stöhnte das Haus wie ein Schiff, das in schwerer See hin- und hergeworfen wurde.

 

 


Aus dem Buch


Dit Huus is mien un doch nich mien, de no mi kummt, nennt't ook noch sien.

 

Sie konnte hier nicht weg. Sie war ein Moos das nur an diesen Mauern hielt. Das hier nicht wachsen konnte oder blühen, aber doch bleiben. Sie war ein Flüchtling, einmal fast erfroren, nie wieder warm geworden. Ein Haus gefunden, irgendeins, und dort geblieben, um nur nicht wieder in den Schnee zu müssen.

 

 


Es gibt wenige Bücher, bei denen ich nach den richtigen Worten suchen muss, um eine angemessene Rezension verfassen zu können. Meistens kommt mir mein Geschreibsel danach immer noch nicht ausreichend vor. Altes Land  ist so ein Buch.


Mir ging dieser Roman aus einem persönlichen Grund an die Nieren. Meine Großeltern stammen aus dem ehemaligen Ostpreußen. Meine Eltern wurden in der Pfalz geboren, ebenso wie ich. Meine Heimat liegt nahe des Pfälzer Waldes, nicht in den Masuren und doch ... wenn ich meinen Opa erzählen höre, dann rührt es etwas, tief in mir, das ich nicht erklären kann. Eine Sehnsucht, eine Frage, ein Gefühl etwas verloren zu haben oder etwas finden zu wollen. Altes Land schlägt diese Seite an, klopft sanft, aber bestimmt an diese innere Tür und rüttelt.

 

Ich glaube aber, es kommt gar nicht darauf an, ob man nun zu Ostpreußen oder zu Norddeutschland oder zum Landleben oder Stadtleben eine Verbindung hat. Egal woher man kommt, ob man seine Wurzeln gefunden oder sie, aus welchem Grund auch immer verloren hat, oder sie immer noch sucht ... Es geht um Zuhause, um das Gefühl der Zugehörigkeit, die Suche nach Geborgenheit, um Heimat. Darum, seinen Platz im Leben zu finden. Es geht um Verlust, jede Art von Verlust, um die Kraft weiter zu machen, und um die ehrliche, ernsthafte Hoffnung, das alles trotzdem gut wird.

 

Das Besondere an dem Roman ist seine Ambivalenz, seine Offenheit. Die Figuren sind aus dem Leben gegriffene Individualisten. Sie träumen, sie scheitern, sie machen irgendwie weiter, sie hoffen. Dörte Hansen verzichtet auf Verklärung oder Romantik, auf Klischees und Euphemismen, auf überzogene Dramatik. Das ist, in der eigenen, leisen Schonungslosigkeit dieses Romans manchmal nachdenklich, manchmal lustig, manchmal tieftraurig, und unterm Strich atemberaubend wundervoll.

 

 

 

Der letzte Satz

 

Das Haus stand still.